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16.02.2007
Großreinemachen: Petra Roth lässt Fechenheim putzen
Frankfurter Neue Presse, 16. Februar 2007 -

Auf einem Parkplatz vor einem Mehrfamilienhaus steht eine alte Kommode. Wenn sie ordnungsgemäß als Sperrmüll angemeldet ist, wird sie innerhalb von ein paar Tagen kostenlos abgeholt. Und wenn nicht? Dann gesellen sich vielleicht bald Kühlschrank, Bretter und Matratze hinzu, und am Ende droht ein hohes Bußgeld. Solche illegalen Müllkippen gibt es in Fechenheim in großer Zahl: Doch gestern gingen Mitarbeiter von FES, Ordnungsamt und dem Verein „Werkstatt Frankfurt“ in einer gemeinsamen Säuberungsaktion, die heute fortgesetzt wird, dagegen vor.

„Wir haben die Hoffnung, dass unser Aufräumen im Ortskern und dem Naherholungsgebiet am Main eine Vorbildfunktion für die Bürger hat“, sagt Peter Postleb, Leiter der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“. Vom frühen Donnerstagmorgen an waren im Stadtteil zahlreiche Kran- und Pritschenwagen, Sperrmüll- und Sonderfahrzeuge für giftigen oder gefährlichen Müll unterwegs. Zu tun gab es in den Straßen genügend: „Wir haben schon viel Müll geladen, der bei uns nie angemeldet wurde“, erklärt Siegfried Bauer von der FES, der an einem gewöhnlichen Arbeitstag ungefähr 100 Aufträge bearbeitet. „Normalerweise haben wir gar nicht die Kapazitäten, auch noch den weggeworfenen Kram mitzunehmen.“ Sogar im Grünen war Sammeln angesagt: Der Betriebszweig „ffm-tipptopp“ der Werkstatt Frankfurt war am beliebten Spazierweg „Leinpfad“ und in den Wiesen am Mainufer unterwegs, um die Müllhalden verschwinden zu lassen. Von Sofas über Waschbecken und Matratzen bis zu Badewannen.

„Zur Straftat wird es, wenn jemand Ölfässer, Farbeimer oder Autobatterien auf offener Straße oder im Park entsorgt“, betont Postleb. Er und sein Kollege Martin Ackermann begleiteten die Mitarbeiter von FES und Werkstatt Frankfurt, um nach Hinweisen auf die Verursacher illegaler Müllablagerungen zu suchen. „Hin und wieder wird man in Unterlagen, wie zum Beispiel Aktenordnern, die im Müll liegen, fündig.“ Manchmal helfe es auch, an Haustüren zu klingeln: „Oft geben uns Hausmeister wertvolle Hinweise.“ Für die Übeltäter kommen hohe Bußgeldbescheide heraus: Mindestens 150 Euro zahlt man für illegal abgestellten Müll. „Das muss gar nicht sein, denn Sperrmüll wird in unserer Stadt kostenlos abgeholt“, sagt Postleb. „Ein Anruf bei der FES genügt, und man kann einen Termin machen.“ Das gehe sogar rund um die Uhr an jedem Tag der Woche. „Es gibt außerdem einen kostenpflichtigen Schnellservice, auf den man nicht erst einige Tage warten muss. Der kostet 25 Euro plus 10 Euro pro Kubikmeter, das ist immer noch wesentlich weniger als die dreistelligen Bußgeldbeträge.“ Am Straßenrand erspäht Ackermann einen Haufen aus Brettern und einer Matratze: „Das sieht sehr ordentlich aus.“ Bei achtlos hingeworfenem Müll könne man schon fast davon ausgehen, dass er nicht angemeldet und damit illegal sei.

Mit der Anordnung der zweitägigen Aufräumaktion reagierte Oberbürgermeisterin Petra Roth auf Beschwerden der Fechenheimer über den Müll auf ihren Straßen und Wegen jüngst bei einer Diskussionsrunde. „Wenn die Leute jetzt etwas lernen und Wert darauf legen, die neue Sauberkeit aufrecht zu erhalten, dann haben wir erreicht, was wir wollten“, sagt Postleb. „Doch die Gefahr, dass es in einigen Wochen wieder schlecht aussieht, besteht.“ (me)

Wer Sperrmüll hat, der abgeholt werden soll, kann bei der FES anrufen unter der Nummer 01 80-33 72 25 50.

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