ZurückSeiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 Weiter
 
  < Zurück
24.01.2007
Grüne stimmen für Roth

  < Zurück
23.01.2007
Angela Merkel zu Besuch an der Kfz-Schule
Frankfurter Neue Presse, 23. Januar 2007 - Angela Merkel hat Humor. Deshalb kommt die Kanzlerin auch gut an bei ihrem Besuch in der Landesfachschule des hessischen Kfz-Gewerbes
„Man hat nie wieder so viel Zeit wie an der Schule“, ruft sie gestern Nachmittag den rund 120 Auszubildenden in der blumengeschmückten Aula der Landesfachschule zu, „nur fällt einem das leider erst hinterher auf.“ Und dann plädiert sie fast schon leidenschaftlich für möglichst praxisnahe Wissensvermittlung. Man müsse nun mal wissen, wie viel in einen Blumentopf oder in einen Kochtopf passe, sagt die CDU-Politikerin. Selbst wann man damit kurzfristig als Auszubildender nichts anfangen könne, wisse man nie, wann irgendwann im Leben das Erlernte einmal nützlich sei. Es sollte „jeder wissen, wie man ein Haus baut oder wie ein Ofen funktioniert“, betont die studierte Physikerin.

„Die sieht aber gut aus“, entfährt es einem Beobachter, als Angela Merkel der schweren Limousine im Hof der Landesfachschule entsteigt. Im zweiten Stock des Gebäudes drücken einige Gäste die Nasen platt, als Bernd Ehinger, der Präsident der Handwerkskammer, Oberbürgermeisterin Petra Roth und Jürgen Karpinski, der Präsident des Kfz-Gewerbes Hessen, die Kanzlerin begrüßen. Sofort geht es in die Werkstatt, wo ein rundes Dutzend Auszubildender wartet. Angela Merkel lässt sich Bremsen- und Motortest erklären, ehe sie selbst an einem Audi die Abgasuntersuchung macht und die Plakette aufklebt. „B – AM 2005“ steht auf dem Nummernschild, Berlin, Angela Merkel und das Jahr ihrer Wahl zur Kanzlerin. Das Schild, von den Azubis angefertigt, erhält sie am Ende als Erinnerungsstück.

Kurz informiert sich Angela Merkel noch über Erdgasfahrzeuge der Stadt Frankfurt, dann geht’s hinauf in die Aula der Fachschule, wo die Zuhörer letzte Anweisungen bekommen: „Applaus ja, Aufstehen nein.“ Kammerpräsident Bernd Ehinger gibt der Kanzlerin die Empfehlung mit, die Strukturreformen der Sozialsysteme fortzusetzen und die Lohnzusatzkosten zu senken. Vor allem aber fordert er „Gesetze gegen Lohndumping und Billigkonkurrenz“. Jürgen Karpinski stellt die eindrucksvolle Bilanz der Fachhochschule vor – 46 000 Auszubildende, fast 20 000 Gesellenprüfungen, rund 15 000 Meister –, um dann auf den hohen Stellenwert des deutschen Meisterbriefes in der Welt hinzuweisen, auf den man „niemals freiwillig und ohne Not verzichten“ solle. Das Handwerk stehe „stark und fest auf heimatlichem Boden“.

Als bodenständig erweist sich dann auch die Kanzlern in der kurzen Diskussion. Es müsse mehr für eine gute Ausbildung der jungen Menschen getan werden, sagen Angela Merkel und Petra Roth. „Wir werden um jeden jungen Menschen kämpfen“, ruft die Kanzlerin in den Saal. Als sie dann noch hervorhebt, die Bundesregierung werde in Brüssel für die duale Ausbildung werben, ist der Beifall groß. Plötzlich ist es Merkel selbst, die moderiert und fragt, welcher Azubis so „mutig“ sei, zu sagen, wie gut oder schlecht er zum Beispiel die Berufsschule finde. Ein paar Mutige äußern sich. Der Kammerpräsident meint, die Azubis müssten die Namen von zehn russischen Seen lernen, wüssten aber nicht, wie sie von Frankfurt nach Köln kommen. „Einer ist der Baikal-See“, sagt Merkel zur allgemeinen Erheiterung. „Könnten Sie mir die anderen aufzählen?“ Das nicht, gibt Bernd Ehinger zu, aber „ich weiß, wie Sie nach Köln kommen“. Die Kanzlerin will freilich nicht nach Köln, sondern zur Europäischen Zentralbank und am Abend zum Neujahrsempfang der Deutschen Börse. (jge)

Bildunterschrift: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ( 3.v.l. ) mit Oberbürgermeisterin Petra Roth ( 3.v.r. ) und Bernd Ehinger ( 2.v.r. ), Präsident der Handwerkskammer Rhein-Main.
  < Zurück
23.01.2007
"Attraktivität von Bussen und Bahnen erhöhen"
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Januar 2007 - Ein Interview mit Oberbürgermeisterin Petra Roth.
FAZ: Frankfurt hat Buslinien im Wettbewerb vergeben. Soll diese Ausschreibungspolitik weiterverfolgt werden?

Roth: Es besteht Einvernehmen darüber, dass eine sogenannte In-House-Vergabe um jeden Preis nicht in Betracht kommt - obwohl die Rechtsprechung eine solche direkte Vergabe an die VGF zulässt. Die VGF weiß, dass sie sich als Unternehmen am Markt behaupten muss. Sie soll andererseits darauf vertrauen können, dass ihre im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit eingeleitete Umstrukturierung, die in der ersten Phase bereits Einsparungen von 30 Millionen Euro bewirkt hat, anerkannt wird.

FAZ: Die neue Koalition von CDU und Grünen hat das U-Bahn-Projekt D2-Linie zwischen Bockenheim und Ginnheim gekippt. Was versprechen Sie den Bewohnern des Riedbergs hinsichtlich einer Anbindung an das Nahverkehrsnetz?

Roth: Im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen heißt es dazu: "Die Anbindung des Riedbergs an das Stadtbahnnetz wird schnellstmöglich realisiert." Wie dieses Versprechen eingelöst wird, hat der Verkehrsdezernent bereits kurz nach der Aufnahme der Arbeit der schwarz-grünen Koalition öffentlich dargestellt: Die weitgehend auf bestehenden Trassen zu verwirklichende Verbindung kostet übrigens auch sehr viel weniger als die D2-Linie und wird deutlich früher verwirklicht sein.

FAZ: Die Verwirklichung von Verkehrsprojekten, vor allem die Anbindung der neuen Stadtteile an den öffentlichen Nahverkehr, dauert in Frankfurt nach Meinung aller Parteien zu lange. Wie wollen Sie hier Abhilfe schaffen?

Roth: Ich habe bereits gehandelt, indem ich die Einrichtung eines eigenständigen Verkehrsdezernats verfügt habe. Damit ist eine wesentliche Voraussetzung für eine zügige Verwirklichung wichtiger Verkehrsprojekte geschaffen worden.

FAZ: Wie wollen Sie es erreichen, dass Pendler auf Busse und Bahnen umsteigen?

Roth: Durch die Erhöhung der Attraktivität von Bussen und Bahnen und des Radwegenetzes. Seit 2003 wurden 65 moderne Straßenbahnen angeschafft. Ende 2005 hat der VGF-Aufsichtsrat unter meinem Vorsitz beschlossen, bis Ende nächsten Jahres 146 moderne U-Bahnen zu beschaffen.

FAZ: Braucht Frankfurt mehr oder weniger Parkraum in der Innenstadt?

Roth: Innerstädtischer Parkraum ist keine Frage der Ideologie, sondern Reaktion auf die Stadtentwicklung. Durch das Parkhaus am Goetheplatz und durch Frankfurt Hoch Vier entstehen in der Innenstadt weitere 2000 Stellplätze.

FAZ: Schlaglöcher sind keine Seltenheit mehr. Kann man diesen Zustand hinnehmen?

Roth: Nein. Deshalb haben wir für die Straßenunterhaltung zusätzliche 18 Millionen Euro bereitgestellt.


Text: F.A.Z., 23.01.2007, Nr. 19 / Seite 45

News

default
default
default

Termine